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La Fortuna

Den ersten Weihnachtstag verbrachten wir überwiegend im Bus nach San José bzw. im nächsten Bus nach La Fortuna. Insgesamt waren wir circa 10 Stunden unterwegs, da der Bus nach La Fortuna durch die Berge fuhr und auf den engen kurvigen Straßen nicht sehr schnell voran kam.

La Fortuna ist einer der bekanntesten Touristenorte in Costa Rica, vor allem deshalb, da dort vor vielen Jahren ein Vulkan ausgebrochen ist und man nachts Lavaströme ins Tal fließen sehen konnte. Heute gibt es dort allerdings keine Lava mehr und den Vulkan sieht man vor lauter Regenwolken auch nur ganz selten. Wir haben ihn zum Glück an einem Nachmittag bis zur Hälfte sehen können.

Bekannt ist La Fortuna neben seinen guten Wanderwegen besonders für seine Heißen Quellen, von denen es am Fuße des Vulkans einige gibt: Von naturbelassenen bis zu extrem überteuerten luxuriösen!

Wir haben zum Glück nach einer langen Suche ein Hotelresort gefunden, dass einen schönen Hot Springs Bereich hatte und trotzdem relativ günstig war. Die Badelandschaft bestand aus mehreren Pools mit kaltem und heißem Wasser. Besonders die einzelnen Hot Springs waren so heiß, dass man nicht länger als 10 Minuten im Wasser bleiben konnte. Einfach unglaublich, wie der Vulkan das Grundwasser erhitzen kann! Das besondere war allerdings der große warme Pool mit einer Bar im Wasser, an der wir abends Cocktails tranken.




Im Außenbereich des Hotels gab es auch ein Gehege mit Krokodilen, die schon etwas gefährlich aussahen.


 
In der Nacht wurden wir in unserem Hostel von gefühlten tausend Moskitos angegriffen. Ich habe die halbe Nacht nicht geschlafen, weil es so gejuckt hat oder ich wild um mich geschlagen habe. Am nächsten Morgen sahen wir aus wie ein Streuselkuchen. Ich hatte sogar einen Moskitostich direkt am Auge, der natürlich angeschwollen ist und somit etwas unangenehm war.

Dies war zum Glück unsere letzte Nacht in La Fortuna! Am Morgen hatten wir eine Jeep-Boot-Jeep Tour nach Santa Elena – Monteverde gebucht. Mit einem kleinen Bus wurden wir bis zu einer Bootanlegestelle an einen Fluss in der Nähe von La Fortuna gebracht. Dort sind wir dann in ein Boot umgestiegen. Diese Transportmöglichkeit nach Santa Elena ist schneller, als mit den öffentlichen Bussen, da Santa Elena in den Bergen liegt und es nur sehr schmale Grund- und Steinstraßen dorthin gibt. Nach einer Stunde Bootsfahrt sind wir wieder in einen Kleinbus umgestiegen. Natürlich hat es den ganzen Tag geregnet und alle Koffer waren voller Schlamm. Im Bus wurde dann das Gepäck von 17 Personen in der letzten Reihe bis zur Decke gestapelt, unsere Rucksäcke waren natürlich ganz unten unter den verdreckten Koffern. Die weitere Busfahrt war sehr erlebnisreich: Nicht nur dass wir in der letzten Reihe saßen und uns ab und zu ein paar Koffer um die Köpfe flogen, sondern unser Bus war auch nicht der fahrtüchtigste!


Schwer beladen fuhren wir über holprige steil ansteigende Steinwege durch die bergige Landschaft Monteverdes. Unser Bus kam allerdings nicht recht voran und irgendwann an einem Berghang war dann sowohl die Kupplung, als auch die Kühlung überstrapaziert. Nichts funktionierte mehr, es piepste nur noch. Der Busfahrer war allerdings auch nicht der beste Fahrer und war zunächst etwas ratlos. Ein Tico fragte uns dann nach Wasser um den Motor zu kühlen. Allerdings reichte das sich im Bus befindende Wasser nicht aus, sodass der Busfahrer zu einem kilometerweit entfernten Bauernhof lief. Wir saßen alle zurückgelassen mitten im Nichts im Bus, draußen stürmte und regnete es. Irgendwann kam der Busfahrer zurück und schüttete das Wasser in die Kühlung. Nach etwa einer Stunde fuhren wir weiter- ganze 10 Minuten, dann standen wir schon wieder. Mittlerweile hatten wir eine ziemliche Verspätung und mega Hunger, weil wir den ganzen Tag noch nichts gegessen hatten. Als es dann irgendwann wieder weiter ging schafften wir es noch bis zu einer Raststätte in einem kleinen Dorf. Dort ließ uns der Busfahrer ersteinmal zurück und fuhr in eine Werkstatt, was auch nur eine Viertel Stunde dauern sollte. Nach einer Stunde kam er endlich wieder und wir konnten bis nach Santa Elena weiter fahren. Insgesamt haben wir für die eigentliche 3-stündige Strecke 7 Stunden gebraucht! Wir wären also mit einem öffentlichen Bus wesentlich schneller und günstiger unterwegs gewesen. Aber wir waren eigentlich nur froh, dass wir endlich angekommen sind und etwas essen konnten.

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